Ayutthaya: Alte Königsstadt auf dem Weg der Besserung

In den königlichen Tempelanlagen ist noch nicht alles wieder trocken. Die bedeutendsten Ruinen sind jedoch wieder zugänglich. VON CHRISTOPH PFAFF

Schäden in Ayutthaya / Fotos: Christoph Pfaff

Es kam heute morgen ein Leserbrief von einem Deutschen, der in Bangkok lebt und meine Berichterstattung über die aktuelle Lage in der Stadt verfolgt. Ich solle doch bitte ergänzen, dass es aufgrund des Hochwassers noch immer  Lieferschwierigkeiten für Cola Light gibt. Darunter leide er nämlich sehr. Na bitte, haben wir das auch erledigt...

Nun aber auf in die alte Königsstadt Ayutthaya. Von unserer Anreise durch die überschwemmten Gebiete in Don Muang habe ich ja bereits berichtet (siehe Blogpost vom 12.12.). Leider reißt der Wasserfaden auch weiter nördlich nicht ab. Links und rechts der Straße sind Reisfelder noch immer großflächig überschwemmt. Ein merkwürdiger Gedanke: Das Wasser liegt so friedlich da, als gehörte es hierhin. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, durch eine thailändische Seenplatte zu fahren.



Mein erster Eindruck ist, dass die Menschen in Ayutthaya dies mit einem Lächeln hinnehmen. Man ist es hier gewohnt, dass die drei Flüsse, von denen die Stadt umgeben ist, zur Regenzeit über ihre Ufer treten. Deshalb war man auch grundsätzlich vorbereitet und hat die alten Tempelruinen mit Mauern aus Sandsäcken geschützt. Allerdings waren die Fluten in diesem Jahr so stark, dass viele der Dämme brachen und das Wasser doch bis in die von der UNESCO gelisteten Heiligtümer floss.

Die meisten der rund 550 Tempel in Ayutthaya sind noch geschlossen, die touristisch wichtigsten jedoch haben gerade - nach etwa zwei Monaten Pause - wieder eröffnet. Langsam kehren die Touristen zurück, obwohl es an diesem Tag noch sehr ruhig ist. Die Touristenführer sitzen im Schatten und halten einen Plausch über die Flut. Der eine zeigt dem anderen, wie hoch das Wasser in den Ruinen stand.



Wat Mahathat und Wat Phra Si Samphet sind wieder begehbar, jedoch von den Überschwemmungen gezeichnet. Entwurzelte Bäume liegen auf verdörrtem Boden, aus dem sonst grüner Rasen sprießt. An den Pagoden erkennt man Wassermarken, zum Teil 1,70 Meter hoch. Und im Eingangsbereich des Wat Chai Wat Tanaram steht das Wasser noch immer kniehoch, weshalb die Tempelruine weiter geschlossen bleibt. Man kann sich jedoch - trockenen Fußes - selbst einen Weg in die Anlage bahnen und so einen recht frischen Eindruck von den Ausmaßen des Hochwassers bekommen.

Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis wirklich alles wieder trocken ist. Doch Ayutthaya ist auf dem Weg der Besserung - und die Cola Light steht bestimmt auch bald wieder in den Supermarktregalen.

 

13.12.2011 09:28 Von: Christoph Pfaff