Bangkok: Besuch beim königlichen Grand Palace

Nach einem heißen Tag in Thailands Hauptstadt stelle ich fest: Wasser, überall Wasser. Und Buddha, überall Buddha. VON CHRISTOPH PFAFF

Fluss, Schweiß, Trinken, Pfützen - ich habe das Gefühl, Wasser ist in Bangkok gerade das Thema Nummer eins. Kann aber auch an meiner reichlich subjektiven Wahrnehmung liegen.

Ich sitze auf einem hübschen Holzboot und werde in der Dunkelheit über den Fluss Chao Praya geschippert, während mir traditionell gekleidete Thai-Mädchen landestypische Musik vorspielen und dazu tanzen. Das ganze nennt sich Dinner-Cruise. Das Ambiente nett, die Thai-Suppe auf meiner Zunge superscharf! Mir rinnt der Schweiß - dabei dachte ich, die ganz große Hitze des Tages sei überstanden.

Es war ein traumhafter Tag in Bangkok. Sonne satt und 32 Grad. Mein Guide Susi und ich sind früh raus und haben uns auf eine ausgiebige Erkundungstour durch die Tempel begeben: Wat Suthat (mit Buddha), Golden Mountain (mit Buddha), Wat Pho (mit Buddha) und Wat Arun (naja, ihr wisst schon...).

Bei jedem Stopp hat Susi mir eine Flasche Wasser in die Hand gedrückt und gesagt: "You must drink!" Habe ich dann auch gemacht, war ja schließlich heiß. Vor jeder Weiterfahrt war die Flasche leer. So pendelte sich im Laufe des Tages ein gewisser Rhythmus ein: Aus dem Tuk Tuk aussteigen, aufs Klo gehen, Wasser von Susi in Empfang nehmen, Trinken, wieder aufs Klo gehen. "You use toilet much!", sagte meine Reiseführerin irgendwann. Woher das wohl kommt, Scherzkeks.

Ganz oben auf dem Programm standen heute ebenfalls Wat Phra Kaeo und der königliche Grand Palace. Auch bis hierhin war das Hochwasser des Chao Praya gekommen. Nicht in Massen, aber es war da. Heißt: Man hatte das Gelände zwar zu keiner Zeit schließen müssen, aber die Besucher waren zwischenzeitlich ausgeblieben. Davon kann inzwischen keine Rede mehr sein - es war brechend voll. Während die Massen über die verzierten Dächer, goldenen Glocken und großen Pagoden staunten, schaute ich vor allem Richtung Boden. Ich wollte wissen, ob noch irgendwo Hochwasserreste zu finden sind. Und tatsächlich: Vereinzelt, in tieferen Einkerbungen der Bodenplatten, existieren noch kleine Pfützen, die von den Überschwemmungen stammen. Ich zögerte nicht lange, zog meine Flip Flops aus und stellte mich in eine der Pfützen, um meine wundgelaufenen Füße (wegen Buddha) zu entspannen. Wohltuend! Auch wenn ich wahrscheinlich der einzige bin, der dem Wasser der letzten Wochen etwas Gutes abgewinnen kann.

Die Thai-Suppe beim Dinner Cruise brennt noch immer in meinem Mund, obwohl wir schon längst beim Dessert angekommen sind. "You must drink, then better!", sagt Susi. "Ja, ist klar", denke ich und leere mein Glas. Als ich kurze Zeit später an Bord des hübschen Holzbootes mal wieder aufs Klo muss, denke ich ernsthaft darüber nach, wie ich es Susi morgen mal so richtig heimzahlen kann.

 

09.12.2011 15:57 Von: Christoph Pfaff