Bangkok: Sandsäcke in Chinatown

Beim Hochwasser trat Bangkoks Fluss Chao Praya über seine Ufer und setzte Gebiete wie Chinatown unter Wasser. Die Sandsäcke liegen noch immer am Straßenrand. VON CHRISTOPH PFAFF

Chinatowns Gassenleben / Fotos: Christoph Pfaff

So wie auf dem Foto sieht das geschäftige Treiben in Chinatown Tag für Tag aus - es ist eng und voll und laut. In den schmalen Gassen wird verkauft und gehandelt, gegessen und verladen. Kein Platz für Überraschungen, keine Zeit für Ausnahmen.

Als jedoch der Chao Praya beim Hochwasser vor einigen Wochen über seine Ufer trat, mussten die Menschen Einschnitte hinnehmen und sich - zumindest kurzfristig - um etwas anderes als ihr Business kümmern. Viele ufernahe Gebiete wurden geflutet: Mein Tuk-Tuk-Fahrer Boon erzählt bei unserer Fahrt durch Chinatown, dass das Wasser etwa 20 Zentimeter hoch in den Straßen stand. Klingt wenig - keine Ahnung, ob das stimmt.

Wenn das Thema in den letzten Wochen in den Nachrichten auftauchte, sah es meist schlimmer aus. Jedoch wurden dabei in vielen Fällen Bilder aus Bangkoks Nordosten rund um Chatuchak und den alten Flughafen Don Muang gezeigt. Dort mussten viele Menschen tatsächlich mit Militärtrucks eingesammelt und vor den Fluten gerettet werden. Mein Guide Susi, die in der Gegend wohnt, erzählte mir außerdem, dass die Straßen dort zwischenzeitlich zu Klongs (Kanälen) umfunktioniert wurden und man sie - statt mit Autos - mit Booten befahren habe.

Apropos Autos: Es hieß, dass mindestens eine halbe Million Fahrzeuge wegen des Wassers in die Werkstatt müssten, um neue Batterien und neues Öl zu bekommen. Dieses Thema scheint inzwischen erledigt zu sein, denn in Bangkoks Straßen brummt es schon wieder gewaltig. Tuk-Tuk-Fahrer Boons Slalom-Manöver durch den dichten Verkehr macht deutlich, dass die Blechmassen die Wassermassen besiegt haben. Nur die unzähligen Sandsäcke am Straßenrand und in den Hauseingängen erinnern an das, was war. Man ist in Chinatown zum Tagesgeschäft übergegangen. Keine Zeit für Ausnahmen.

Morgen: Wie sieht es am ufernahen Grand Palace aus?

 

 

 

08.12.2011 11:30 Von: Christoph Pfaff