Bangkok: Shoppingparadies Chatuchak Weekend Market

Zwei Wochen lang musste der beliebte Wochenendmarkt in Bangkoks Norden schließen. Dann wurde ein großer Cleaning Day einberufen. VON CHRISTOPH PFAFF

Ein Händler vor dem Chatuchak-Markt zeigt, wie hoch das Wasser stand. / Foto: Christoph Pfaff

"Please donate for the flood": An vielen Tempelanlagen in Thailands Hauptstadt stehen noch immer Holzkästen, an denen man für die Flutopfer spenden kann. Doch man benötigt nicht nur Geld, um die Aufräumarbeiten in Schwung zu bringen - auch die körperliche Mithilfe der Einwohner ist unabdingbar. Deshalb hat die Regierung in den letzten Wochen öffentliche Cleaning Days einberufen, an denen sich die Menschen rege beteiligten.

Besonders schlimm waren die Überschwemmungen im Norden der Stadt, wo sich der beliebte Chatuchak Weekend Market befindet. Es ist für mich nur schwer nachzuvollziehen, dass hier alles voller Wasser war, als mein Guide Susi und ich morgens mit dem Taxi durch die trockenen Straßen fahren. "Erinnerst du dich an die Fotos, die wir gestern gesehen haben?", fragt Susi und spielt auf die Fotoserie über das Hochwasser im Shoppingcenter MBK an (siehe Blogpost vom 10.12.). Ich nicke. "An dieser Kreuzung wurden einige davon geschossen." Sie liegt in einer Senke, sodass sich das Wasser hier sammeln konnte.

"Wie kommt es, dass davon gar nichts mehr zu sehen ist?", erkundige ich mich beim Blick auf die blitzsauberen Straßen. "Als das Wasser abgeflossen war, gab es einen großen Cleaning Day, an dem vor allem die Markthändler teilgenommen haben", erzählt Susi. Macht Sinn, schließlich wollten sie möglichst schnell wieder ihren Geschäften nachgehen.

An zwei Wochenenden in Folge blieb der Chatuchak-Markt geschlossen. Teilweise war das Wasser bis zu den Ständen geflossen. Da er jedoch ein Stück über dem Straßenlevel liegt und man rechtzeitig mit Sandsäcken gearbeitet hatte, hielten sich die Ausmaße in Grenzen. Der größte Schaden jedoch: Verdienstausfall. Auch heute ist nicht gerade die Hölle los. Die Touristen kommen zwar wieder und decken sich mit günstigen T-Shirts, Holzfiguren, Glas und Keramik ein, aber die Thai haben nach den letzten Wochen keinen Kopf fürs Lustig-durch-die-Gegend-shoppen. Verständlich. Besonders in den Wohngegenden um Chatuchak und den alten Flughafen in Don Muang muss das Geld gerade viel dringender in die Aufbereitung des eigenen Zuhauses gesteckt werden.

Das Einkaufen in diesem riesigen Shoppingparadies habe ich dafür übernommen. Die Ausbeute: Eine Uhr und eine Fotoleinwand mit Tuk-Tuks drauf. Ist ja bald Weihnachten.

 

11.12.2011 11:41 Von: Christoph Pfaff