Königliche Pflugzeremonie

Mai 12

Die königliche Pflugzeremonie ist ein uralter Brauch, der bis zur Sukothaiperiode im 13. Jahrhundert zurückgeht. Die Zeremonie kündigt den Beginn der regenreichen Jahreszeit an, in der hauptsächlich im Zentrum und Nordosten Thailands die Reisefelder in voller Pracht stehen, und soll die Regenmenge und den Reisertrag der bevorstehenden Jahreszeit vorher bestimmen. Mit dieser abergläubischen Zeremonie soll vor allen Dingen eine ertragreiche Ernte gesichert werden. Jedes Jahr Anfang Mai strömen Schaulustige aus dem ganzen Königreich auf den Sanam Luang im Herzen Bangkoks, um die Pflugzeremonie mitzuerleben. Die Zeremonie beginnt stets mit der Vorhersage der Regenmenge für die kommende Jahreszeit. Als ihr Hauptbestandteil gilt das anschließende Pflügen des "königlichen Gartens" unter den Augen des Königs und seiner gesamten Familie. Dieses Privileg ist dem sogenannten "Herrn der Ernte" vorbehalten, er wird assistiert von den vier "himmlischen Jungfrauen", die traditionell das nötige Saatgut tragen. Zum Abschluss der Zeremonie dürfen die Pflugochsen aus sieben verschieden gefüllten Futtertrögen ihre Lieblingsmahlzeit wählen. Die Wahl der Ochsen prophezeit den Ernteerfolg sowie die Menge des vorhandenen Saatgutes für die kommende Saison. Nach der offiziellen Zeremonie stürmen Hunderte Bauern aus dem Publikum auf das Feld, um einige der geweihten Reiskörner aus der Zeremonie zu ergattern, da diese vermischt mit der eigenen Saat für eine reichhaltige Ernte sorgen sollen.

Sanam Luang, Bangkok