Traditioneller Kampfsport: Muay Thai

02.09.2014

Die traditionelle thailändische Kampfsportart „Muay Thai“ zählt zu den komplexesten und gleichzeitig härtesten Kampfkünsten weltweit.  Füße, Arme, Fäuste und Knie dürfen im Kampf eingesetzt werden. Die Kämpfer unterziehen sich für lange Zeitperioden einem speziellen Training und sind außergewöhnlich fit. Trotz ihrer schlanken Erscheinung sind diese Kämpfer äußerst stark und scheinen Muskeln aus Stahl zu haben. Es ist kein Wunder, dass viel größer gewachsene westliche Männer, die kein spezielles Training durchlaufen haben, aber das Gefühl haben, sie könnten ohne Probleme gewinnen, in ein paar Sekunden auf dem Rücken liegen, wenn sie gegen diese Kämpfer mit ihren Stahlmuskeln antreten.

Muay Thai besteht jedoch nicht nur aus dem Wettkampf, sondern verkörpert eine alte, hochverehrte Tradition in Thailand. Die ersten Aufzeichnungen dieser Kampfkunst liegen bereits mehr als 1.000 Jahre zurück. Sehr wahrscheinlich entwickelte sich Muay Thai aus den alten Kriegskünsten thailändischer Soldaten, als effektive Verteidigungstechnik im Nahkampf ohne Waffen. Die traditionelle Seite des Kampfes ist bis heute erhalten geblieben und von großer Bedeutung. So wird zu Beginn eines Kampfes die altehrwürdige Wai Khru-Zeremonie vollzogen. Der Brauch symbolisiert die Dankbarkeit für den eigenen Mentor oder Trainer und darüber hinaus die Hochachtung vor allen berühmten Kämpfern und Mentoren in der langen Geschichte des Muay Thai. Außerdem wird beim Wai Khru seiner Majestät dem König, der früher stets den Kämpfen beiwohnte, bzw. heute in der Regel dem Schirmherrn des Kampfes Respekt gezollt. Die mentale Stärke des Kämpfers hervorzurufen und ihn auf ein höheres spirituelles Level zu befördern sind die wichtigen Ziele dieses Rituals. Zwei Dinge spielen bei der Wai Khru-Zeremonie eine besondere Rolle, zum einen Mongkhon, das Band, das der Kämpfer um seinen Kopf trägt, und nur von seinem Mentor berührt werden darf, da es eine spirituelle Macht besitzt und diese sonst verliert, zum anderen die traditionellen Armbinden genannt Pra Jead. Beide sollen das Selbstvertrauen des Kämpfers stärken, ihm Kraft verleihen und Glück bringen. Seit 1809 wird Muay Thai in seiner heutigen Form betrieben und hat seitdem stets an Popularität gewonnen. Nicht nur in Thailand ist Thaiboxen verbreitet, auch in vielen anderen Ländern findet die athletische Kampfkunst immer mehr Anhänger.

Mehrmals pro Woche finden Muay Thai-Kämpfe in Bangkok, Chiang Mai, Phuket oder Koh Samui statt. Mutige Urlauber können außerdem vielerorts an einem „Schnuppertraining“ teilnehmen. Thailands neueste Adresse ist das Lumpinee Boxing Stadium auf der Ram Intra Road, wo die begehrtesten Kämpfe stattfinden. Aber auch das legendäre Rajadamnern Stadium ist für viele große Namen bekannt. Auch im Omnoi Stadium auf der Phetchchakasem Road kann man regelmäßig Kämpfen beiwohnen. Das Rangsit International Boxing Stadium bietet neben dem Zuschauen auch die Möglichkeit, selbst an einem Kurs teilzunehmen. Auch in Thailands Badeort Pattaya finden interessierte Besucher zwei Muay Thai-Stadien: Pattaya Boxing World in Nord-Pattaya und das Thapprasit Stadium im Stadtzentrum. Die Insel Phuket verfügt ebenfalls über zwei Stadien, das Bangkla Boxing Stadium, am Patong Beach sowie das Suwit Muay Thai Stadium, das ein beliebtes Trainingscamp bei Thais und Urlaubern ist. Mit dem Phetch Buncha Samui Stadium bietet Koh Samui ebenfalls eine Muay Thai Arena, um bei professionellen Kämpfen beizuwohnen oder selbst in den Ring zu steigen.



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