Typisch Thailand: König Chulalongkorn

01.10.2014

Jeder Thailandreisende kennt die hochverehrten Porträts Seiner Majestät König Bhumibol und seiner Frau Königin Sirikit, die überall im Land zu finden sind. Doch noch ein anderer Monarch wird im ganzen Königreich verehrt: König Chulalongkorn. Als Rama V war er der fünfte König der Chakri Dynastie und regierte Siam von 1868 bis zu seinem Tod im Jahre 1910. Nach thailändischem Glauben bringt die Verehrung König Chulalongkorns Glück und Reichtum, deshalb ist auch heute noch in fast jedem Haus ein Bild des Königs zu finden.

Zu Ehren des beliebten Königs ist der 23. Oktober in Thailand ein nationaler Feiertag. Jedes Jahr an seinem Todestag legen Thais aus dem ganzen Land prunkvoll dekorierte Blumenkränze und -gestecke an seinem Denkmal vor der Ananta Samakhom-Thronhalle im Zentrum Bangkoks nieder. Bis heute gilt König Chulalongkorn, der am 20. September 1853 geboren wurde, als einer der wichtigsten Monarchen in der Geschichte Thailands. Vor allem durch die Abschaffung der Sklaverei erlangte er große Beliebtheit unter dem Volk. Auch die Entwicklung des Bildungs- und Gesundheitssystems sowie die Einführung des Schienennetzes und der nationalen Post sind auf seine Amtszeit zurückzuführen und trugen erheblich zur Modernisierung Thailands bei. Sein Tod am 23. Oktober 1910 war ein großer Verlust für die gesamte thailändische Bevölkerung.

Auch in Deutschland hinterließ König Chulalongkorn seine Spuren: Bei seinem Aufenthalt in der hessischen Kurstadt Bad Homburg vor der Höhe im Jahre 1907 wurde ihm zu Ehren ein Fest abgehalten und eine kurz zuvor erbohrte Quelle eigens nach ihm benannt. Nach seiner Genesung und der Rückkehr nach Siam schenkte er der Stadt aus Dankbarkeit einen in Bangkok angefertigten Sala, den er per Schiff nach Bad Homburg überführen ließ, um ihn als Ort der Ruhe neben der nach ihm benannten Quelle zu errichten. Die Einzelteile des Pavillons trafen jedoch erst Ende 1910 in der hessischen Kurstadt ein und viele Teile waren beschädigt oder verloren gegangen, sodass sich der Aufbau lange Zeit verzögerte. Erst nach dem Tod von König Chulalongkorn wurde am 22. Mai 1914 der siamesische Pavillon in Anwesenheit Seiner Majestät Prinz Mahidol feierlich eingeweiht. Allerdings nicht an der Chulalongkorn-Quelle, sondern auf Wunsch von Kaiser Wilhelm an einer prominenteren Stelle am nordwestlichen Ende des Parks. Bis heute steht der goldene Sala im Bad Homburger Kurpark an dieser Stelle und sogar noch ein weiterer thailändischer Pavillon kam hinzu: Im Jahre 2007 zum 100-jährigen Jubiläum von König Chulalongkorns Kuraufenthalt in Bad Homburg schenkten König Bhumibol und Königin Sirikit der Stadt einen weiteren Thai Sala, der dieses Mal wie ursprünglich gedacht an der Chulalongkorn Quelle errichtet wurde.



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