Das Fest der Schirme: Farbenrausch im Norden Thailands

18.12.2012

In knalligen Farben leuchten die bunt bemalten Schirme aus Seide oder Papier, die an Häusern und Läden hängen. Kleine Mädchen tragen die edlen Schirme stolz in einer feierlichen Parade durch die Straßen. Hell leuchtende Laternen säumen den Wegesrand. Vom 18. bis 20. Januar 2013 feiern die Bewohner von Bo Sang – einem kleinen Ort wenige Kilometer von Chiang Mai entfernt – das dreitägige „Umbrella Festival“. Es zählt zu den schönsten Festen Nordthailands. Seit mehr als hundert Jahren ist das Dorf als Zentrum des Schirmhandwerks bekannt.  Eigentlich ist es eine Feier für die Dorfbewohner, doch inzwischen kommen immer mehr Touristen, um sich das Spektakel anzuschauen. Neben den Festumzügen finden Konzerte statt und ein Designwettbewerb, bei dem der schönste Seidenschirm gekürt wird.

Die Legende besagt, dass ein thailändischer Mönch auf seiner Reise in das benachbarte Myanmar erstmals auf Papierschirme stieß, welche dort als Schutz gegen die Sonne und den Regen verwendet wurden. Der Mönch brachte die Produktionstechnik der Schirme mit zurück in seine Heimat und nach Bo Sang, wo man sich diese Fähigkeiten aneignete. Anfangs diente ihr Verkauf als kleiner Zusatzverdienst zur Reisernte. 1941 gründeten die Dorfbewohner eine eigene Kunsthandwerkskooperation zur Bewahrung und Förderung der traditionellen Schirmherstellung.

Ursprünglich wurden die Schirme aus Sa-Papier hergestellt, das aus der Rinde von Maulbeerbäumen gewonnen wird. Später fertigten die Bewohner auch Schirme aus Seide und Baumwolle, die sie mit Bildern des Nordens bemalten und heute in verschiedensten Größen weltweit exportieren.


Kategorie: Kultur

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