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Typisch Thailändisch: Thainess
Thailand fasziniert jeden Reisenden, und es ist insbesondere die ausgeprägte Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Einheimischen, die einen Aufenthalt in Thailand unvergesslich macht. Woher rührt diese persönliche Haltung der Thailänder, die immer ein Lächeln auf den Lippen tragen?
Die Kultur des Landes ist von traditionellen Bräuchen geprägt, die bis heute das moderne Leben vieler Thais beeinflussen. Vor allem trägt der Buddhismus viel zu ihrer Freundlichkeit bei, denn Ruhe und Gelassenheit sind Hauptmerkmale dieser Glaubensrichtung. Diese Lebenseinstellung ergibt zusammen mit der Herzensgüte vieler Thais die so genannte “Thainess“, eine Lebensweise, die auf Respekt und Harmonie basiert.
Thainess hat sich über Jahrhunderte hinweg entwickelt und ist heute ein wichtiger Bestandteil der nationalen Identität. Besonders das Lächeln der Einheimischen verzaubert viele Reisende, und auch die typische thailändische Geste, sich bei der Begrüßung leicht zu verbeugen und dabei die Handflächen senkrecht vor dem Oberkörper, oder noch höher, aneinanderzulegen, wirkt sanft und respektvoll. Diese graziöse Begrüßungsart nennt man „Wai“, mit der Reisende bereits empfangen werden, wenn sie an Bord von Thai Airways International gehen, und die ihnen in ihrem weiteren Reiseverlauf täglich und überall entboten wird. Und natürlich freuen sich Thailänder, wenn Urlauber sie wiederum in derselben Weise grüßen.
Hinter dem Wai steckt allerdings noch viel mehr als manch ein Reisender zunächst vermutet. Thailänder stecken damit soziale Hierarchien innerhalb ihrer Gesellschaft ab. Das lernen Thais vom Kindesalter an. Generell grüßt der Untergeordnete den Höherstehenden und die Jüngeren die Älteren zuerst. Je tiefer sich ein Thai verneigt und je weiter Richtung Kopf er seine aneinander gelegten Hände erhebt, umso höher ist sein Gegenüber gestellt. Deshalb sollte man sich bei einer Begegnung mit Mönchen so tief wie möglich verbeugen, um ihnen größtmöglichen Respekt zu erweisen. Sie selbst erwidern den Wai aufgrund ihrer hohen gesellschaftlichen Stellung nicht, nicht einmal dem König gegenüber.
Ein Wai wird im Alltag sehr häufig angewendet, auch als Entschuldigung. Der Händedruck gilt in Thailand eher als eine Begrüßung unter Gleichrangigen, oder um dem Ausländer freundlich und aufgeklärt entgegenzutreten.
Charakteristisch für das Wesen der Thailänder ist auch die bekannte Redensart „Mai pen rai“ („Macht nichts“), die das Zurückstellen der eigenen Person und Nachgiebigkeit beinhaltet. Dabei ist der Ausdruck wesentlich mehr als nur eine Floskel: Er hat seine Wurzeln ebenfalls im buddhistischen Glauben und steht dafür, Unwesentliches und Vergängliches abzuschütteln. Diese Idee sorgt für eine harmonische Atmosphäre und hilft, Negatives hinzunehmen, statt Tränen zu vergießen.
So sind Thailänder nicht nur für ihr Lächeln bekannt, sondern auch für ihre hohe Empfindsamkeit. Der Wunsch, andere nicht zu stören oder mit Problemen zu belasten, rührt von dem Ausdruck „Kreng jaj”, Rücksicht nehmen. Demnach geben sich Thailänder die größte Mühe, die Gefühle anderer nicht zu verletzen und stets rücksichtsvoll zu handeln.
Zudem sollte möglichst vieles, was ein Thailänder in seinem Leben tut, „Sanuk“ sein, also Spaß machen. Ausgelassenheit und Lebensfreude stehen dabei im Mittelpunkt. So werden Dinge nicht zuletzt auch danach beurteilt, ob sie Spaß bringen, und weniger angenehme Aufgaben werden stets mit Freude bringenden Taten vereint.
Reisende sollten sich inspirieren lassen und sich ein paar dieser typisch thailändischen Sitten und Charaktereigenschaften aneignen, die für einen entspannteren Alltag mit mehr Gelassenheit und Harmonie sorgen. Denn spätestens bei Rückkehr in die kalte Heimat wird alles „Mai sanuk“ sein, also keinen richtigen Spaß mehr machen.




