Ökotourismus

Wandern (Trekking)

Die Ausgangspunkte für eine Wandertour sind in Chiang Mai und Chiang Rai im Norden. Hier haben unzählige Agenturen ihren Standort, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Es gibt ungefähr ein Dutzend verschiedene Standardtouren, die je nach Länge der Route und Anzahl der Gruppenmitglieder im Preis variieren. Diese Touren führen durch die Berge in die Region, wo Thailand an die Grenzen von Myanmar (ehemals Burma) und Laos stößt und farbenprächtige Stämme der Bergvölker leben.

Um sicherzugehen, daß Sie die richtige Route für sich auswählen, nehmen Sie Kontakt mit dem Thailändischen Fremdenverkehrsamt (TAT) in Chiang Mai auf, hier bekommen Sie Listen von empfohlenen Trekkingveranstaltern.

Auch im Süden Thailands gibt es Trekkingmöglichkeiten, wie beispielsweise im Khao Sok Nationalpark in der Provinz Surat Thani, einem Naturreservat mit Wasserfällen, Höhlen und einem großen Stausee, gesprenkelt mit über 100 Inseln. Obwohl einige Nationalparks wie der Khao Yai und Phu Kradung markierte Wanderwege haben, gibt es das in den meisten anderen Nationalparks nicht. Daher ist es selbst für erfahrene Wanderer ratsam, sich von einem Trekkingführer begleiten zu lassen. Wenden Sie sich diesbezüglich an die National Park Division of the Royal Forestry Departmant (Anschrift siehe oben).

Vögel beobachten

Das Beobachten von Vögeln in Thailand wird bei Naturliebhabern immer beliebter, da es hier immerhin grob 920 verschiedene Vogelarten gibt. Mitgezählt sind sowohl die heimischen Vögel als auch die Zugvögel, die hier besonders während der Winterzeit Station machen. Der Wat Phai Lom am Chao Phraya Fluß in Pathum Thani in der Nähe von Bangkok dient beispielsweise immer wieder zwischen November und April dem asiatischen Storch (Anas-tomus oscitous) als Nistplatz. Auch bei Chiang Mai im Norden und im Khao Yai Nationalpark am Rande des nordöstlichen Plateaus sowie in der südlichen Region Thailands kann man gut Vögel beobachten. Es gibt verschiedene Vogelbeobachtungsgruppen, die von thailändischen Experten geleitet werden. Für nähere Informationen kontaktieren Sie:

Friends of Nature-Ecotours, 670/437 Soi Royal River Hotel. Charansanitwong Road, Bangkok, Tel. (02) 4334166, 4336448, Fax: (662) 4336448

Reisanbau

Reis ist seit jeher die Basis der thailändischen Wirtschaft, und der Reisanbau ist immer noch die Hauptbeschäftigung der Mehrheit aller ländlichen Bauern in Thailand. Die fruchtbarsten Felder liegen in der Zentralebene und dehnen sich bis zum Horizont an beiden Seiten des Chao Phraya Flusses aus. Jede Region ist abhängig von dem traditionellen Getreide. Die Besucher haben überall Gelegenheit, den Reisbauern bei der Arbeit zuzuschauen.

Obwohl in vielen Gegenden des Landes zweimal, manchmal auch dreimal im Jahr geerntet werden kann, beginnt die Reisanbauzeit im Mai mit der königlichen Zeremonie des Pflügens, einem uralten brahmanischen Ritual, das auf dem Sanam Luang gegenüber dem Großen Palast in Bangkok abgehalten wird. Bei diesem farbenfrohen Ritual wird symbolisch gepflügt und einige Reiskörner werden ausgestreut, woraus sich dann eine Vorhersage über die kommenden Regenfälle und Ernten ergibt.

Bald darauf beginnt die harte Zeit des Pflügens, die mit Hilfe der Wasserbüffel geleistet wird, welche von fast jeder ländlichen Familie gehalten werden. In den meisten Dörfern werden die Felder von allen Dorfbewohnern gemeinsam bestellt. Diese Arbeit ist normalerweise bei Beginn der Regenzeit Ende Mai beendet. Die Felder werden durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem überflutet und die Setzlinge von Hand gepflanzt. Auch bei dieser Arbeit helfen alle mit. Kurz darauf beginnen die Regenfälle und die nächsten drei Monate haben die Reisbauern relativ wenig zu tun. Sie müssen allerdings immer darauf achten, daß die Felder einen bestimmten Wasserpegel aufweisen, und sie müssen die Felder vor Vogelfraß und Schädlingen schützen. Während dieser Zeit gehen viele junge Männer in die Klöster, um einen traditionellen Schritt in Richtung Erwachsenwerden zu tun.

Ende November bzw. Anfang Dezember sind die Felder des Nordens und der Zentralebene reif zum ernten. Wieder strömen alle Dorfbewohner auf die Felder, wo vom frühen Morgen bis zum Einbruch der Dunkelheit der Reis mit Sicheln geschnitten wird. Nur eine kurze Mittagspause unterbricht die Arbeit. Der geschnittene Reis wird auf den Feldern ausgebreitet und einige Tage zum Trocknen liegengelassen. Dann wird der Reis gebündelt und nach Hause gebracht, wo er gedroschen und durch Hochwerfen die Spreu vom Korn getrennt wird. Diese Arbeit ist bis Januar geschafft, im Süden dauert es etwas länger, da es hier zwei Regenzeiten gibt.

Dieser Zyklus hat schon seit jeher das Leben der Menschen hier bestimmt, und so ist es auch heute noch. Der Besucher sollte es nicht versäumen, einen Blick auf das echte Landleben zu erhaschen, indem er diesen zeitlosen Prozess miterlebt.