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Die Prozession der Königlichen Barken

Die Prozession der königlichen Barken zählt mit Sicherheit zu den bemerkenswertesten Veranstaltungen im gesamten Königreich. Die jahrhundertealte Tradition, die von Seiner Majestät König Bhumibol Adulyadej wieder ins Leben gerufen wurde, fand seit 1959 nur insgesamt 16 Mal statt. Die Schiffsprozession auf dem Chao Phraya Fluss wird nur in unregelmäßigen Abständen zu besonderen Anlässen gehalten; die letzte Barkenprozession fand am 9. November 2012 zu Ehren des 84. Geburtstags von Seiner Majestät König Bhumibol statt. Davor wurde die beeindruckende Prozession zum 60-jährigen Thronjubiläum seiner Majestät am 12. Juni 2006 abgehalten.

 

Bei der Schiffsprozession, die auf thailändisch Tawt Kathin Luang genannt wird - also Königliche Kathin Zeremonie – offeriert die königliche Familie den Mönchen des Wat Arun neue Roben, Speisen und andere Dinge des täglichen Bedarfs anlässlich des Ok Phansa Tages, der das Ende der buddhistischen Fastenzeit markiert. Der Name der Zeremonie „Kathin“ leitet sich von den saffranfarbenen Mönchskutten ab, die thailändische Mönche traditionell tragen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der altüberlieferten Zeremonie ist die hochverehrte Buddhastatue Phra Buddha Sihing, die bei der Schiffsprozession ebenso wie die königliche Familie von den Zuschauern vom Ufer aus bejubelt wird. Die Flotte der Kathin Prozession am 9. November 2012 wird traditionell aus insgesamt 52 Booten bestehen, die in einer historischen Kampfformation den Chao Phraya Fluss hinuntergleiten. Insgesamt werden 2.200 Offiziere der thailändischen Marine als Ruderer der Barken dienen. Die vier bedeutendsten Barken Suphannahongse, Narai Song Suban, Anantanagaraj und Anekchatbhuchongse sind traditionell im Zentrum der Barkenformation, umgeben von acht weiteren Barken mit prächtigen Galionsfiguren aus der thailändischen Mytholgie sowie 40 kleineren Zeremonienschiffen.

 

Suphannahongse

Suphannahongse

Die Suphannahongse ist das Herzstück der Barkenprozession. Ihr Name und ihre Erscheinung stammen von dem schwanenähnlichen Wesen Hamsa, das Brahma in der hinduistischen Mythologie als edles Ross diente. Bereits 1782 ordnete König Rama I den Bau dieses prachtvollen Schiffes an, das viele Jahre als erste königliche Barke diente, bevor sie schließlich zu alt wurde. Rama V gab die heutige Suphannahongse in Auftrag, die bereits seit 1911 zum Einsatz kommt. Die 46 Meter lange und 3 Meter breite Barke wurde aus einem einzigen Stück Teakholz geschnitzt und wird von 50 Ruderern fortbewegt.

 

Narai Song Suban

Narai Song Suban

Die Narai Song Suban ist an ihrer prächtigen Galionsfigur zu erkennen: Der Hindugott Vishnu, der auf seinem mystischen Adler Garuda reitet. Der Garuda ist als das Wappentier von König Bhumibol allgegenwärtig in Thailand. Die Barke wurde im Jahr 1996 zum 50. Thronjubiläum Seiner Majestät eingeweiht.

 

Anantanagaraj

Anantanagaraj

Die Anantanagaraj mit ihrer siebenköpfigen Naga am Bug misst fast 45 Meter in der Länge. Die mit Gold und Edelsteinen verzierte Schlangenfigur ist in der thailändischen Mythologie das Symbol für Wasser. Auch diese königliche Barke ist bereits die zweite ihrer Art, sie wurde unter König Rama VI im Jahre 1914 fertiggestellt.

 

Anekchatbhuchongse

Anekchatbhuchongse

Die Anekchatbhuchongse ist die älteste der vier Barken. Sie wurde bereit unter König Rama V (1868-1910) gebaut. Auch wenn sie auf den ersten Blick nicht so beachtenswert erscheint wie die drei anderen königlichen Barken, weil sie keine Galionsfigur trägt, so erkennt man ihre Pracht erst bei genauerem Hinsehen: Über und über verziert mit goldenen Nagas ist sie ein filigranes Kunswerk ihrer Schöpfer.