Blumenkalender Thailand

Thailands herrliche Natur mit atemberaubenden Stränden, ursprünglichen Dschungellandschaften und zerklüfteten Bergketten ist weithin bekannt. Doch auch Blumenliebhaber kommen im südostasiatischen Königreich voll auf ihre Kosten. Bunte Orchideen, duftende Frangipani und andere exotische Blüten hat sicherlich jeder Thailandreisende selbst schon einmal bestaunt. Doch Thailand hat weitaus mehr zu bieten. Zu den verschiedenen Jahreszeiten blühen die unterschiedlichsten Blumen im ganzen Land. Der Blumenkalender gibt eine Übersicht über die Höhepunkte im Jahresverlauf.

Januar

Januar

Die rosafarbenen Blüten der wilden Himalaya-Kirsche (Prunus cerasoides) findet man vor allem in den Bergregionen im Norden Thailands. Während der kühlsten Temperaturen von Ende Dezember bis Januar stehen die Kirschbäume dort in voller Pracht. Vielerorts findet man von Kirschbäumen flankierte Wege oder Straßen oder ganze Kirschbaumwiesen. Die besten Orte, die Kirschblüten in voller Pracht zu sehen, sind Phu Lom Lo in der Provinz Loei, Khun Chang Kian und Doi Ang Khang in Chiang Mai sowie der Doi Khun Mae Ya in der Provinz Mae Hong Son. Die Kirschen, die mehrere Wochen nach der Blüte reifen, sind sauer und dunkelrot.

Februar

Februar

Der sogenannte "Talee Bua Daeng" also See aus rotem Lotus im Bezirk Kumphawapi in der nordostthailändischen Provinz Udon Thani macht seinem Namen im Januar und Februar alle Ehre, wenn die wunderschönen pinkfarbenen Lotusblüten in voller Pracht stehen und den See in ein tatsächliches Blumenmeer verwandeln. Besonders beliebt ist ein Besuch des Sees beim  kleinen Dorf Ban Diam, unweit der Stadt Prajak Sinlapakhom auch bei verliebten Paaren, die das Ambiente am liebsten bei einer Bootsfahrt genießen. Am schönsten sind diese Bootsfahrten früh morgens, wenn die Lotusblüten vollständig geöffnet sind und das Licht für eine magische Stimmung sorgt. In jedem Falle sollten Besucher ihren Bootsfahrer bitten, den Motor kurz abzustellen, um einen Moment innezuhalten und die herrliche Natur in vollen Zügen genießen zu können.

März

März

Herrliche Lotusfelder findet man vielerorts in Thailand. Auch in Teichen und kleinen Seen wachsen die grazilen weißen oder rosafarbenen Blüten. Die schönen Blumen werden hauptsächlich in Tempeln als Opfergaben dargebracht, da der Lotus im Buddhismus als Symbol der Reinheit steht. Einen der imposantesten Lotusteiche finden Besucher im Bezirk Phutthamonthon in Bangkoks Nachbarprovinz Nakhon Pathom. Zwischen März und April verwandelt sich der See nahe des Khlong Mahasawat in ein Meer aus weißen Lotusblüten. Über einen Steg gelangen Besucher in einen traditionellen thailändischen Sala, von dem aus sie die schönen Blumen bewundern können.

April

April

In wundervollem Violett blühen die Bäume der Jacaranda filicifolia im April in Südthailands Provinz Trang. Die eigentlich in Südamerika beheimaten Pflanzen findet man in Thailand nur in Trang und somit sind sie mittlerweile zu einem Symbol für die Provinz geworden. Auch der thailändische Name für die lilafarbenen Blüten Dok Sritrang leitet sich vom Namen der Provinz ab. Vermutlich wegen ihrer filigranen, fliederfarbenen Blüten, die die Landschaft mit ihrer zartvioletten Farbe umhüllen, breiteten sich die Bäume von Brasilien aus bis in alle anderen Teile der Welt. Heute findet man sie auch in Nepal, Bhutan oder Indien und sogar in Afrika und Europa.

Mai

Mai

Ihrem malerischen Namen Goldregen macht die Röhren-Kassie (Cassia fistula) in der Provinz Khon Kaen im Nordosten Thailands alle Ehre. Die Bäume mit den leuchtend gelben Blüten sind in Thailand als Ratchapruek bekannt und sie ist seit einigen Jahren auch die Nationalblume Thailands. Die gelbe Farbe symbolisiert das thailändische Königshaus. Die vielen kleinen Blüten, die wie ein goldenes Bouquet angeordnet sind, locken während ihrer Blütezeit in den heißen Monaten April und Mai zahlreiche Bienen und Schmetterlinge an. Auch in der Medizin wird Ratchapruek zur Entschlackung, gegen Fieber und zur Behandlung von Herzprobleme eingesetzt.

Juni

Juni

Die Dok Khao Phansa (Globba winitii), die zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) gehört, wächst in Thailands Provinzen Saraburi und Lopburi. Besonders im Juli und August, wenn die gelben Blumen blühen, findet man sie im Bezirk Phra Phutthabat, der als bekanntester Ort für die Khao Phansa Blume gilt. Eine besondere Bedeutung erhalten die Blüten jedes Jahr beim Tak Bat Dok Mai Festival, zu Beginn der buddhistischen Fastenzeit. Bei der Zeremonie übergeben die Menschen den Mönchen bei einer feierlichen Prozession die selbst gepflückten Blumen als Gabenspenden. Die Mönche steigen dann zum örtlichen Tempel Wat Phra Buddhabat empor, wo sie die erhaltenen Blüten zu Buddhas Ehren niederlegen.

Juli

Juli

Die Dok Khao Phansa (Globba winitii), die zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) gehört, wächst in Thailands Provinzen Saraburi und Lopburi. Besonders im Juli und August, wenn die gelben Blumen blühen, findet man sie im Bezirk Phra Phutthabat, der als bekanntester Ort für die Khao Phansa Blume gilt. Eine besondere Bedeutung erhalten die Blüten jedes Jahr beim Tak Bat Dok Mai Festival, zu Beginn der buddhistischen Fastenzeit. Bei der Zeremonie übergeben die Menschen den Mönchen bei einer feierlichen Prozession die selbst gepflückten Blumen als Gabenspenden. Die Mönche steigen dann zum örtlichen Tempel Wat Phra Buddhabat empor, wo sie die erhaltenen Blüten zu Buddhas Ehren niederlegen.

August

August

Im Norden Thailands blühen im August die wunderschönen Habenaria-Orchideen (Habenaria Militaris) in verschiedenen Farben. In Thailand sind die Blumen als Lin Mungkorn bekannt. Die Blumen bestehen aus einen Stiel mit vielen kleinen, filigranen Blüten, die in gelb, orange oder pink vorkommen. Der beste Ort, um die Blüten zu bewundern, ist der Phu Hin Rong Kla National Park in Phitsanulok, wo die Blumen vor allem vormittags rund um den Mhun Dang Wasserfall besonders schön blühen. Die Habenaria Militaris ist eine seltene Form der Habenaria Rhodocheila, die im Süden Chinas, Malaysia und auf den Philippinen vorkommt.

September

September

In der Provinz Uttaradit im Norden Thailands können Blumenliebhaber die sogenannten Ngon Nak-Blumen (Murdannia giganteum) in riesigen Mengen bewundern. Die Pflanzen mit den kleinen Blüten, deren Farbe von zartem Flieder bis hin zu kräftigem violett variiert, wachsen vor allem in der Nähe von Pinienwäldern in feuchten Bergregionen. Typisch für die empfindlichen Blüten ist, dass sie sich nachts zusammenrollen und erst morgens bei Sonnenschein ihre volle Schönheit entfalten. Das größte Feld mit den Dok Ngon Nak befindet sich im Phu Soi Dao National Park in Uttaradit. Ihre Blütezeit reicht meist von August bis Oktober während der feuchten Jahreszeit.

Oktober

Oktober

Die Blumen mit dem schönen Namen Dusita (Utricularia Delphinioides) stechen besonders wegen  ihrer kleinen, tiefdunklen Blüten ins Auge. Sie blühen im Oktober und November in den bergigen Regionen im Nordosten Thailands gegen Ende der Regenzeit, meist auf feuchtem Untergrund wie in der Nähe von Sümpfen. Die schönsten Felder findet man in den Provinzen Ubon Ratchathani und Mukdahan. Die dunkelblauen bis violett-schwarzen Blüten ernähren sich von kleinen Insekten, die an den Blütenblättern kleben bleiben. In der Medizin werden die Pflanzen zur Verbesserung des Blutes verwendet.  

November

November

Ein wundervolles Naturschauspiel bietet sich jedes Jahr im November und Dezember in der nordthailändischen Provinz Mae Hong Son: Die Blütezeit der "Dok Bua Tong", der Mexikanischen Sonnenblume (Tithonia diversifolia), scheint die Berge und Täler Mae Hong Sons komplett in Gold zu hüllen. Die buschig wachsende Sonnenblume stammt, wie es der Name vermuten lässt, ursprünglich aus Mittelamerika. In Thailand ist sie vor allem im Norden des Landes heimisch. Die Dok Bua Tong erreicht eine Höhe von bis zu drei Metern und trägt oft mehr als zehn Blüten pro Pflanze. Als schönster Aussichtspunkt, um das goldene Spektakel der blühenden Sonnenblumen zu genießen, gilt die Spitze des Doi Mae Ukor im Bezirk Khun Yuam.

Dezember

Dezember

Sonnenblumen sind meist nicht die ersten Gewächse, die Blumenliebhaber mit Thailand assoziieren. Sie haben jedoch eine lange Geschichte im siamesischen Königreich: Bereits in der Ayutthaya-Periode um 1656 ließ König Narai der Große die ersten Exemplare pflanzen. Seit den 90-er Jahren sind sie ebenfalls ein wichtiges Agrargut in den Provinzen Lopburi und Saraburi. Schnell entwickelten sich die vielen herrlichen Sonnenblumenfelder, die in die tropische Berglandschaft eingebettet sind zu einem Touristenmagneten. Die beste Zeit für einen Besuch ist zwischen November und Januar. Die schönsten Felder finden Besucher im Stadtbezirk von Lopburi.