Außergewöhnliche Spektakel beim Phuket Vegetarian Festival

07.10.2016

Jedes Jahr am ersten Tag des neunten Mondmonats im chinesischen Kalender ist es soweit: Mit dem Phuket Vegetarian Festival lädt das wohl skurrilste Fest Thailands Besucher aus aller Welt auf die Ferieninsel im Süden des Landes ein. Um Körper und Geist zu reinigen und gesund in ein neues Jahr starten zu können, halten sich vor allem Einwohner chinesischer Abstammung im Rahmen des Festes mehrere Tage lang an eine strenge vegetarische Diät, leben absolut enthaltsam und tragen in der Regel traditionell weiße Kleidung. Auf den ersten Blick noch nicht besonders außergewöhnlich, hält das Festival jedoch einige Kuriositäten bereit.

Um die neun chinesischen Götter anzurufen und zu ehren, die während der Festlichkeiten von neun brennenden Laternen symbolisiert werden, leisten Teilnehmer der am sechsten Tag des Festes stattfindenden Prozession Unglaubliches: In spektakulären Darbietungen durchbohren sie ihre Haut mit langen Metallstäben oder Messern, laufen über glühende Kohlen oder besteigen Leitern mit messerscharfen Sprossen. Diesen okkulten Traditionen liegt der Glaube daran zugrunde, dass die chinesischen Götter die Menschen aufgrund ihrer mutigen Taten vor allem Unheil beschützen. Genau bekannt ist die Herkunft des Festivals bis heute nicht, doch es wird angenommen, dass eine chinesische Wanderoper, deren Darsteller an Malaria erkrankt waren, nach Phuket gebracht wurden und dort beschlossen, sich an eine strikte vegetarische Diät zu halten und zu den Göttern zu beten, um ihre Körper und Seelen zu reinigen. Ihre Heilung feierten sie mit einem rauschenden Fest, um den Göttern zu danken, dass sie die damals noch als tödlich geltenden Krankheit überstanden hatten. Auch heute besuchen tausende Gläubige aus China und anderen asiatischen Ländern das Festival jedes Jahr aufs Neue.

Die Zeremonien rund um das Fest finden in der Umgebung der sechs chinesischen Tempel auf Phuket statt. Haupttempel ist der Jui Tui-Schrein in der Nähe des Fresh Market in Phuket Town, wo beispielsweise die Laternenmasten als Symbol für die chinesischen Götter aufgestellt werden. In den darauffolgenden Tagen bringen die Menschen ihre Hausgötter, einige Opfergaben sowie Räucherstäbchen und Kerzen zum Tempel, um etwas von der spirituellen Energie auf ihre Götter übertragen zu können. Neben einem Besuch der Zeremonien und Prozessionen können Besucher außerdem verschiedenste vegetarische Gerichte an den vielen Garküchen und Ständen auf der ganzen Insel kosten. Einen großen Unterschied zu typischen fleischhaltigen Gerichten findet man bei den vegetarischen Varianten jedoch nicht auf den ersten Blick: Sojabohnen und Tofu werden hier als Ersatz für Schwein, Huhn und Rind genutzt und sehen nicht nur ähnlich aus, sondern schmecken fast genauso. In diesem Jahr findet das Fest noch bis zum 9. Oktober statt; eine Übersicht der wichtigsten Zeremonien und Prozessionen finden Sie unter http://www.phuket.com/phuket-magazine/phuket-vegetarian-festival-calendar.htm.  

Weitere Informationen unter:

www.phuketvegetarian.com

www.phuket.com/festival/vegetarian.htm



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