Phi Ta Khon Topic Image

Phi Ta Khon Festival

Im Nordosten Thailands findet jedes Jahr im Juni/Juli das traditionelle Phi Ta Khon Fest statt. Das farbenfrohe und ausgelassene Fest lockt viele Besucher in den Bezirk Dan Sai in der schönen Provinz Loei. Diese traditionelle Zeremonie wurde von Generation zu Generation überliefert. Der Ursprung des Festivals geht auf eine buddhistische Legende zurück: Sie erzählt vom Prinzen Vessandorn, der als vorletzte Inkarnation Buddhas gilt und beim Volk sehr beliebt war. Übermütig verließ er Loei eines Tages auf dem Rücken eines weißen Elefanten, um eine lange Reise zu unternehmen. Die Untertanen aber fürchteten, mit dem weißen Elefanten – in Thailand ein heiliges Tier und Symbol königlicher Macht – werde sie auch das Glück verlassen und baten den König, er möge seinen Sohn zur Rückkehr bewegen. Als Prinz Vessandorn kurz darauf tatsächlich heimkehrte, wurde dies ausgelassen gefeiert – so laut, dass sogar die Geister der Toten erwachten und den Prinzen ihrerseits freudig willkommen hießen. Heutzutage verkleiden sich die Dorfbewohner mit bunten Kostümen aus verschiedenfarbigen Stoffstreifen als Geister, um das Ereignis nachzustellen. Die bunten Geister begleiten eine Buddhafigur bei einem großen Umzug durch die Stadt, wobei sie die Zuschauer der Parade necken.

 

Die Kostüme der Phi Ta Khon Geister werden aus bunten Stoffstreifen genäht. Um den Hals oder die Hüften tragen sie Blechdosen oder eine sogenannte mak-ka-lang, um beim Tanzen und Feiern laute Geräusche zu verursachen, welche die Gegenwart der Geister ausdrücken sollen. Eine mak-ka-lang ist eine traditionelle Glocke aus Holz, die normalerweise von Kühen um den Hals getragen wird, damit diese ihren Besitzern nicht verloren gehen. Manche der Phi Ta Khon Geister tragen Phallussymbole aus weichem Holz geschnitzt mit einem Tropfen roter Farbe an der Spitze. Ganz besonders mit diesen Geistern liebt es das Publikum Späße zu machen und über deren obszöne Gebärden zu lachen.

 

Die Herstellung der Phi Ta Khon Masken ist ein traditionelles Handwerk, einzigartig im Bezirk Dansai der Provinz Loei. Auch wenn das Aussehen der Masken abhängig von Kreativität und Ideenreichtum des Machers ist, hat jede Maske die charakteristischen Merkmale der Phi Ta Khon. Jede Phi Ta Khon Maske besteht aus drei Hauptkomponenten: Hut, Gesicht und Nase. Die Hüte werden typischerweise aus einem huad hergestellt – dem traditionellen geflochtenen Bambusgefäß, das zum Dämpfen von Klebreis dient. Hierzu wird das Gefäß so gefaltet, dass es wie ein Hut auf den Kopf der Person passt. Das Gesicht der Masken wird aus Kokosnussfasern gemacht, in die kleine Öffnungen für die Augen geschnitzt werden. Die prägnante lange Nase wird aus einem weichen Holz geschnitzt. Oftmals werden auch zwei Hörner, gefertigt aus dem Blütenstand der Kokosnuss, in die Maske eingearbeitet. Die verschiedenen Elemente werden mit Hilfe von Nadel und Faden befestigt, bevor die Maske bis ins Detail von Hand bemalt wird. Schließlich wird die Rückseite der Maske noch mit Stoffstreifen passend zum Kostüm bedeckt. Außer diesen üblichen Phi Ta Khon Lek Masken, gibt es noch die höhergestellten Phi Ta Khon Yai Masken. Um als Phi Ta Khon Yai am Fest teilnehmen zu können, muss man einer Familie angehören, die seit vielen Generationen die Phi Ta Khon Yai Masken in einem aufwendigen Ritual herstellen, bei dem der Segen der Hohen Geister erbeten wird. Die Phi Ta Khon Yai Masken werden, im Gegensatz zu den Phi Ta Khon Lek Masken, aus festem Bambus hergestellt.

Nächster Termin:

27. bis 29. Juni 2014